Okt 052012
 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

auch künftig wird sich das Web als dynamischer Prozess weiterentwickeln. Dem Web 2.0 folgt 3.0 und weiter… Die  gestiegenen übertragungs- und speichertechnischen Möglichkeiten werden die Datenübermittlung auch weiterhin in erheblichem Masse verbessern.  Sie wird weiterhin günstiger, besser und schneller werden.  So wird sich die Möglichkeit bieten parallel unterschiedlichste Kommunikationskanäle –  sprachlich und bildlich – zu nutzen, und so stationär sowie auch mobil zu interagieren. Schon jetzt lässt sich , wenn es um das Internet geht,  nicht mehr zwischen Massen – und Individualkommunikation im herkömmlichen Sinne unterscheiden. Vielmehr ermöglicht das Internet die individualisierte Massenkommunikation. Diese erweiterten Dialogmöglichkeiten bieten nun den Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, den Kontakt mit Interessenten, Markt und Kunden zu pflegen und auf eine neue Ebene zu stellen. Via Social Networks und Blogs lassen sich die Prozesse  von  Forschung und Entwicklung bis hin zum Marketing mit dem Kunden abstimmen und verbessern. Die Leistung lässt sich so in Gänze oder hinsichtlich Teilaspekten, wie Lieferungs- Service und Zahlungsbedingungen,  in Vor- und Nachkaufphase individuell und wunschgetreu gestalten. Weiterhin  über das Feedback auf Fehler aufmerksam gemacht und Verbesserungen vorgenommen werden.

Parallel dazu wird das Internet seinen Siegeszug in die Taschen der User und Konsumenten weiter fortsetzen und bald schon volle Marktabdeckung erreicht haben. Daher wird es zunehmend einfacher überall und jederzeit  in Verbindung zu bleiben und auszutauschen. Zum anderen lässt sich über das Internet die Verbindung zur Cloud gewährlisten, um bei Bedarf  erweiterte Informationen zu einem Sachverhalt oder Objekt abrufen zu können. Des Weiteren werden sich Anwendungen und Apps immer weiter vermischen und gebündelt werden. Maßgeblich Kartendienste werden zunehmend  mit anderen Anwendungen verknüpft werden, um zu sehen, wo jetzt an der entsprechenden Ort der nächstgelegene Anbieter einer entsprechenden Leistung befindet etc. Den Unternehmen bietet sich umgekehrt Gelegenheit, den Nutzer „an Ort und Stelle“ ansprechen zu können. Werden die Informationen darüber wo er sich gerade befindet und was er tut oder sucht mit Beständen seiner vergangenen Produktsuchen und Suchhistorien verbunden oder gar mit weiterführenden Daten aus Blogs und Social Networks kombiniert werden, lassen sich Affinitäten und Präferenzen erkennen und dem Konsument in der richtigen Situation zielgerichtet “weitergeholfen” werden.

Den „Filtern der Information“ und der Verknüpfung alter und neuer Daten jeglicher  Form von Schrift bis Film und dem Zusammenstellen dieses Datenwustes wird so eine erhöhte Bedeutung zuteil.  Dabei ist zunehmend weniger die Anzahl der Ergebnisse von Bedeutung, sondern vielmehr deren Relevanz hinsichtlich der spezifischen Fragestellung. Daher gilt bald Selektion vor Content. Die großen „Gatekeeper“ der Informationen im Internet, also die Suchmaschinenanbieter – hierzulande allen voran Google  - werden sich immer häufiger die Frage gefallen lassen müssen, welche Informationen sie wieso im Kanon ihrer Suchergebnisse aufgeführt werden. Wie auch die Emanzipation von den gängigen Medien in ihrer Deutungshoheit durch selbstgenerierten Content abgelöst wird,  werden zunehmend Anstrengungen unternommen werden, sich vom Informationsmonopol der der Suchmaschinenanbieter zu lösen. So werden  die sozialen Kontrollmechanismen eher noch an Bedeutung gewinnen, um einen selbstreinigenden Effekt herzustellen.  Untereinander werden Inhalte markiert, verschlagwortet, referenziert, kategorisiert, indexiert, kommentiert, zusammengefasst, bewertet und User empfohlen. Ansätze zur Nutzung der „Wisdom of Crowds“  - der Weisheit der Masse- haben so nach wie vor hohes Gewicht, bis gegebenenfalls Ansätze des Semantic Web Einzug halten. Das hieße, dass Netzinformationen auf der Ebene ihrer Bedeutung erfassbar und so maschinenles- und interpretierbar würden. Wenn sich die Entwicklung weiterhin in diesem Tempo vollzieht,  wäre dies nichts ungewöhnliches. In diesem Sinne dürfen wir gespannt sein wohin die Reise führt!

Mit besten Grüßen

Ihr Jan Schenkenbach

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