
Als Definition von Wissen eignet sich die Beschreibung nach Kuhlen: „Wir verstehen unter Wissen den Bestand an Modellen über Objekte bzw. Objektbereiche und Sachverhalte über den Individuen zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügen bzw. zu dem sie Zugang haben und der mit einem zu belegendem Anspruch für wahr genommen wird.“ (vgl. Kuhlen, Rainer: Informationsmarkt: Chancen und Risiken der Kommerzialisierung von Wissen. 2. Aufl., Konstanz 1996, S. 38)
Wissen ist das Ergebnis von Lernprozessen - indem vorhandenes Wissen mit neuem verknüpft wird und so zu einer nachhaltigen Veränderung des Verhaltens und/oder der Weiterentwicklung kognitiver Strukturen bzw. auf organisational/kollektiver Ebene, zu einer Veränderung der organisationalen Wissensbasis führt. Als Voraussetzung für kollektive Lernprozesse bzw. um transferiert werden zu können, muss das individuelle Wissen expliziert werden. Dies kann über Kommunikation geschehen.
Es werden die verschiedensten Arten von Wissen unterschieden. Man unterscheidet allem zuvorderst explizites und implizites Wissen. Implizites Wissen – auch embodied knowledge – ist das Wissen, das im Kopf bzw. in den Köpfen der Mitarbeiter steckt, somit an den bzw. die Menschen als Träger gebunden ist. Um weitergegeben bzw. kommuniziert werden zu können, muss das Wissen expliziert werden. Explizites Wissen – auch disembodied knowledge – hingegen ist durch Medien dokumentiert. Das individuelle Wissen ist jenes, welche die einzelne Person besitzt, wo hingegen das kollektive Wissen, das Wissen darstellt, welches von mehreren Personen geteilt wird.
So lassen sich personenab- und unabhängige Wissensträger unterscheiden, welche gemeinsam mit den anderen Wissensarten Einfluss auf die Transferierbarkeit der „intangiblen Ressource Wissen“ haben. Personenabhängiges Wissen, das zudem transferierbar ist, stellt z. B. das Expertenwissen, die Erfahrung (know how) und die Stakeholderbeziehung dar; dagegen ist eine innovationsfähige Unternehmenskultur oder die interpersonelle Kooperationsfähigkeit auch personenabhängig, allerdings kaum transferierbar bzw. lässt sich auch nicht so leicht explizieren oder auf einen anderen Wissensträger oder ein anderes Medium übertragen. Leicht transferierbar hingegen sind personenunabhängige Ressourcen, wie der Markenname, Lizenzen, Patente oder Datenbanken, wo hingegen die Reputation, das Image des Unternehmens oder seine Netzwerkposition schwer bzw. nicht transferierbar sind.
Management umfasst im allgemeinen die planerisch-gestalterischen Aufgaben, also Planung, Entscheidung, Durchführung und Kontrolle – hier der Ressource Wissen. So lässt sich sagen, dass funktional gesehen die verschiedenen Ansätze des Wissensmanagement „die erfolgsorientierte Steuerung von Zielen, Maßnahmen und Mitteln bereitstellen“. Der Begriff verdeutlicht somit „den Fokus von Wissensmanagement auf pragmatische Interventions-, Steuerungs- und Führungskonzepte“. Institutional manifestiert sich das Wissensmanagement in der Aufbaustruktur der Organisation bzw. in entsprechenden Instanzen. So lässt sich auch ein hypothetisches Konstrukt wie “Wissen” managen und dadurch nutzbar machen.
Ihr Jan Schenkenbach











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